Ludwig Bemelmans: Madlen

Eine Empfehlung von Ute Wegmann

Ludwig Bemelmans
Madlen

Aus dem Englischen übersetzt von Nadia Budde Péridot, Köln 2025, 54 Seiten, 16 Euro

Auf dem Cover viel Grün und eine Ordensschwester mit zwölf kleinen Mädchen, die auf den in der Ferne aufragenden Eiffelturm zugehen. Ort der Handlung: Paris. Alle Mädchen tragen die gleichen Hüte und Mäntel. Sind sie Waisenkinder, Evakuierte, Geflohene? Heiter und leicht folgen Bemelmans Verse aus dem Jahr 1939 den mit luftigem Strich und überwiegend nur in einer Farbe gesetzten Szenen. Nadia Budde hat die Reime nah am Original neu inszeniert, das eine oder andere nicht mehr geläufige Wort eingebunden.
Madlen, die Kleinste, ein selbstbewusstes, zupackendes Kind, weint eines Nachts. Blinddarmentzündung. Krankenhaus. Operation. Einzelzimmer. Aber die Tage fern von den anderen werden zu einer abwechslungsreichen Zeit, mit Blumen, einer freundlichen Krankenschwester und einem Bett, das man rauf- und runterkurbeln kann. Die Mädchen, die Madlen besuchen, staunen, wie aufregend es im Krankenhaus ist. In der darauffolgenden Nacht hört man ein lautes Weinen aus elf Betten: Blinddarm-Alarm. Viele Fragen bleiben offen, jeder kann die Geschichte auf seine Weise lesen. (ab 6 J.)

Péridot

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