Srečko Kosovel: Mein Gedicht ist mein Gesicht

Eine Empfehlung von Daniela Strigl

Srečko Kosovel
Mein Gedicht ist mein Gesicht

Ausgewählt und aus dem Slowenischen übersetzt von Ludwig Hartinger. Mit Federzeichnungen und Holzschnitten von Christian Thanhäuser. Otto Müller Verlag, Salzburg 2023, 180 Seiten, 25 Euro.

»Mein Gedicht ist Explosion, / wilde Zerrissenheit. Disharmonie«, bekennt Srečko Kosovel mit expressionistischer Verve : »Mein Gedicht ist mein Gesicht.« Unter diesem Titel hat Ludwig Hartinger eine vielfältige und repräsentative Auswahl von Gedichten und Prosatexten des revolutionär entflammten Klassikers der slowenischen Moderne zusammengestellt, von ihm selbst wunderbar schlicht übersetzt und von Christian Thanhäuser mit kongenialen Federzeichnungen und Holzschnitten illustriert. Geboren 1904 im alten Österreich, starb Kosovel mit nur 22 Jahren in seinem Heimatdorf nahe Triest als Hoffnungsträger der literarischen Avantgarde. Eine zufällige Begegnung mit seiner Lyrik brachte den Übersetzer dazu, die slowenische Sprache zu erlernen und als seelenverwandter Bewunderer fortan die Trommel für Kosovel zu rühren. Besonders eindrücklich sind die Naturbilder aus dem Karst: »Das Föhrenmeer / rauscht finster – / Die Adria donnert an Küsten / im Finstern, / Bora schlägt / ans stumme Fenster.«

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